KIEV 88 TTL
Die
Kiev 88 ist ein Nachbau der Hasselblad 1000f. Mancher sieht
sie als Hassi des kleinen Mannes an. Mag wohl
sein, denn selbst eine gebrauchte Hasselblad mit Wechselobjektiven ist
für viele einfach unerschwinglich, man hat dann allerdings
Kameratechnik vom Feinsten.
Wenn
man eine KIEV 88 kauft, muß man sich darüber im Klaren sein,
daß man u.U. ein ziemliches Risiko eingeht, die
"Fertigungstoleranzen" dieses Produktes aus der Ukraine sind
abenteuerlich. Aber, in der Lotterie gewinnt man auch nicht immer.
Selbst bei einem Neukauf ist es nicht ungewöhnlich, daß
einem Teile beim Objektivwechsel entgegenfallen. Ich bin das Wagnis
aber trotzdem eingegangen und kaufte das Kameraset bei Brenner, da ich
Zeissobjektive für die Praktisix hatte und diese natürlich
verwenden wollte. Obwohl, die zur KIEV lieferbaren
Originalobjektive sind auch sehr gut.
Die
ersten Tests mit der Kamera verliefen zufriedenstellend, zwar stellte
sich schnell heraus, daß ohne Stativ bei meinen zitterigen
Händen nicht viel ging. Und überhaupt, nehmen Sie mal eine
KIEV 88 TTL mit angebrachtem 180er Sonnar in die Hand, sind
ein paar Kilos. Also war Training für die Fitness
angesagt, Muckibude mußte es aber nicht sein, obwohl man
nun zum Gewichtheber mutiert war.
Nach
Ablauf der Garantiezeit und trotz nicht allzu intensiver Nutzung
stellte sich dann heraus, daß auch ich nicht von einem mit
"Fertigungstoleranzen" behaftetem Modell verschont geblieben war. Durch
eine Fotozeitschrift stieß ich dann auf die Firma Wiese in
Hamburg und ließ dort die Reparatur machen . Bei der Gelegenheit
wurde auch ein Tuchverschluß, Rolleimattscheibe und
K6 - Bajonett eingebaut. War ganz schön teuer, und ...., es
war mal wieder die berühmte Milchmädchenrechnung, hätte
ich gleich eine modifizierte Kamera gekauft, wäre es
günstiger gewesen. Hinterher ist man immer schlauer. Seit der
Reparatur und dem Umbau funktioniert die Kamera allerdings tadellos.
Ich
beobachte seit einigen Jahren, daß die KIEV 88 oder 88 TTL
häufig bei eBay angeboten wird, hier würde ich allerdings nur
kaufen, wenn der Verkäufer ein Rückgaberecht einräumt,
denn sollten Reparaturen erforderlich sein, wird es schnell teuer und
dann wird es nichts mit der vermeintlich günstigen Ausrüstung
für die MF-Fotografie. Wenn man Zeissobjektive mit dem
K6-Anschluß nutzen will - sie sind qualitativ sehr gut und
gebraucht günstig zu bekommen - sollte man sich eine modifizierte
KIEV kaufen, wie sie mittlerweile nicht nur von den beiden o.g. Firmen
angeboten wird. Man spart sich den evtl. Umbau und die
Reparaturen, unter dem Strich nehmen sich die Kosten nichts. Der
Einstieg in die MF-Fotografie mit Wechselobjektiven hat nun
mal leider seinen Preis. Der lohnt sich aber selbst bei subjektiver
Betrachtungsweise allemal. Legt man allerdings keinen Wert auf
Wechselobjektive, oder braucht sie nicht, gibt es andere Alternativen.
Ich denke hier in erster Linie an 2äugige
Spiegelreflexkameras. Ich trauere heute noch einer Rolleicord nach,
welche ich in jüngeren Jahren einfach unüberlegt verkauft
habe.
Fazit:
Ich
würde, da die Aussicht auf einen Lottogewinn minimal ist, die
Kamera wieder kaufen, dann allerdings nur modifiziert, denn schlecht
ist sie nicht.
Zum Schluß ein paar technische Daten meiner umgebauten KIEV 88:
Typ:
SLR Mittelformatkamera 6x6, Würfelform
Filmkassette:
Wechselkassette, Formate 6x6, 6x4,5
Filmtyp:
120er Rollfilm
Wechselobjektive:
ja , K6-Bajonett
Verschlußzeiten:
1- 1/1000, B
Blitzanschluß:
ja
Sucher:
auswechselbar, auch die Sucherscheiben, hier
Rolleimattscheibe ,
Lichtschacht mit
Lupe
Prismensucher mit Belichtungsmessung,
Zubehörschuh:
ja
Selbstauslöser:
nein
Normalobjektiv:
Arsat 2,8/80
Ich gehe hier allerdings fremd und benutze ein
EXAKTA 66 1:2,8/80mm von Schneider
Weitere
Objektive:
Flektogon 4,0/50 mm 7 Linsen/4 Gruppen
Biometar 2,8/120 mm 5 Linsen/ 4 Gruppen
Sonnar 2,8/180 mm 5 Linsen/ 3 Gruppen
Die Objektive nutze ich auch an meiner Praktisix.
Außerdem
habe ich noch ein Balgengerät , einen Zwischenringsatz, sowie
Filter für die
SW-Fotografie.
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