Konica-Minolta Dimage A200
Man
soll nie nie sagen. Es folgt auch kein Testbericht, können Andere
besser, aber auch keine Hommage an die Konica-Minolta Dimage A200.
Eigenfleischter Minolteke werde ich trotz der sehr guten
Minolta-Produkte auch nicht. Man möge mir dies verzeihen, denn ich
kenne mindestens 2 Personen, die sind es.
Ich
wollte eigentlich nie digital fotografieren. Nun tue ich es doch,
allerdings nicht ausschließlich. Ich bin zu der Dimage gekommen,
wie die Jungfrau zum Kind. Es ergab sich halt. Gekauft wurde
diese Kamera im Frühjahr 2005 als „Knipse“,
ausnahmsweise mal nicht für mich.
Die
ersten Fotos, welche wir damit machten, Nahaufnahmen für
geplante eBay-Angebote,etc., waren schlichtweg besch.....,
bescheiden meine ich. Doch zu den Qualitäten bei Nahaufnahmen
später. Die Kamera lag dann ziemlich schnell als
Fehlkauf (zumindest aus meiner subjektiven Sicht) herum. Ein evtl.
Wiederverkauf war auch schon angedacht. Aber angesichts der drohenden
finanziellen Verluste wurde der Gedanke wieder verworfen. Ebay hatte
also das Nachsehen.
Da dann
für den September 2005 eine 9tägige Burgundreise anstand,
und das Wissen über die Kosten für ca. 2.500 geplante
analoge Fotos nicht gerade beste Laune
erzeugte, habe ich mich dann mal mit der Idee
angefreundet, auf Reisen digital zu fotografieren. Die Kamera
wurde also ausgiebiger getestet. Schon die Vorstellung, daß ich
in Zukunft dann nicht mehr so große Mengen Negative
einzuscannen mußte, um sie mit Photoshop nachzuarbeiten,
erleichterte mir meine Entscheidung. Da ich allerdings mit
größtmöglicher Qualität fotografieren
wollte, war natürlich die Anschaffung zusätzlicher
Speicherkarten und einer kleinen externen Festplatte erforderlich,
um Bilddateien abends im Quartier auszulesen und somit die Karten am
nächsten Tag wieder neu zu nutzen. Dieses Verfahren hat sich
mittlerweile sehr bewährt.
Die
Minolta orientiert sich im Design an einer digitalen SLR, ist aber
eine Kompaktkamera mit festem Objektiv. Mit gewissen
Einschränkungen also ein guter Reisebegleiter ( das Prädikat sehr gut, oder ideal möchte ich vermeiden), man muß je nach Anspruch Konzessionen machen, doch auch dazu später.
Das
Filetstück der Kamera ist das Objektiv, seine Brennweite
reicht im Vergleich zum KB-Format von 28 -200 mm, die
Brennweitenveränderung erfolgt manuell. Zum optischen Zoom steht
zusätzlich noch ein digitaler zur Verfügung, welchen ich
allerdings nicht benutze, er verschlechtert deutlich die
Aufnahmequalität. Das Objektiv ist sehr lichtstark, f2,8 im WW und
f3,5 im Telebereich. Im WW-Bereich ist der Wert gut, bzw.
durchschnittlich, im Telebereich dagegen ungewöhnlich. Der
Bildsensor arbeitet mit 8 Megapixel Auflösung, die Fotos sind
daher maximal 3264x2448, bieten somit genug Reserven für
Großabzüge und Ausschnittvergrößerungen. Die
Bildqualität ist exzellent, die Schärfe der Fotos sehr
gut, die Verzeichnung trotz der extremen Zoomleistung relativ
gering, die mitgelieferte Gegenlichtblende vignettiert allerdings. Zu
scharfen Fotos trägt auch der Bildstabilisator bei, welcher bei
Bedarf zugeschaltet werden kann. Es erfolgt übrigens ein Hinweis
im Monitor, wenn Verwacklungsgefahr besteht.
Die
Farbwiedergabe ist relativ neutral, bei Porträts also nicht das
Schweinchenrosa mit der Säufernase. Abenteuerlich sind
allerdings die Farben bei Mischlicht, hier macht es schon erheblichen
Aufwand und Mühe später zu korrigieren. Bei
mir allerdings hält sich der Aufwand mittlerweile in Grenzen, da
ich neuerdings ausschließlich im RAW-Format aufnehme, den
Weißabgleich der Kamera dann mit RAWShooter in der Bilddatei
relativ einfach korrigiere. Einen Rawkonverter muß ich ohnehin
benutzen, da das von mir eingesetze PS7 RAW-Dateien nicht
unterstützt, gleichzeitig erfolgt damit auch die Konvertierung in
das TIF-Format.
Der
Sucher ist ähnlich der einer SLR-Kamera, arbeitet aber mit einem
LCD-Monitor mit hoher Auflösung und Bildfrequenz. Der LCD-Monitor
auf der Rückseite hat eine Diagonale von 1,8 Zoll , er ist dreh- und schwenkbar. Die
Umschaltung zwischen beiden Monitoren erfolgt automatisch. Die Dreh-
und zugleich Schwenkbarkeit des Monitors ist für mich das
Highlight an der Kamera, sie erlaubt ohne artistische Verrenkungen
Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven.
Weitere technische Daten:
Auflösung:
- 3.264 x 2.448 Bildpunkte
- 2.560 x 1.920 Bildpunkte
- 2.080 x 1.560 Bildpunkte
- 1.600 x 1.200 Bildpunkte
- 640 x 480 Bildpunkte
JPG oder RAW Format
Speicher:
CompactFlash Typ I
CompactFlash Typ II
Microdrive
Brennweite:
7-fach Zoom 28 bis 200 mm, zusätzliches digitales 4-fach Zoom.
Belichtungssteuerung
Programmautomatik, Zeitautomatik, Blendenautomatik, Manuelle Belichtung
Belichtungszeiten
30 s bis 1/4.000 s
Sucher
LCD-Farbsucher mit Dioptrienausgleich (-5 bis +2 dpt., elektronischer Sucher mit 235.000 Bildpunkten)
LCD-Monitor
1,8" TFT-LCD-Monitor mit 134.000 Bildpunkten
Eingebautes Blitzgerät
Videoaufzeichnung: bis 800*600 mit 15B/s
Highspeed Serienbildfunktion (bis 2.8 B/s oder 7 B/s in VGA-Auflösung)
verschiedene
Belichtungsprogramme, automatischer und manueller Weissabgleich,
verschiedene Focussierungsprogramme, verschiedene Verfahren zur
Belichtungsmessung, Makrofunktion, Korrekturmöglichkeiten
der Belichtung.
Fazit:
Die
Dimage A200 ist für mich pragmatisch gesehen eine gute Wahl,
obwohl der Telebereich für mich nicht immer ganz ausreichend ist,
einen Konverter mag ich aber nicht benutzen, dann finde ich den Makro
oder Nahbereich von der Abbildungsleistung nicht so gut, vielleicht bin
ich für die richtige Nutzung aber auch zu blöd. Wird es
kontrastarm, hat der Autofokus Schwierigkeiten, es bleibt dann
nur die manuelle Fokussierung. Ich halte diese aber
für unbrauchbar, verzichte dann lieber auf eine Aufnahme..
-:)
Beim
RAW-Format lange Speicherzeiten, deshalb für Schnappschüsse
ungeeignet. Wenn man mit dem Display als Sucher und der
AntiShake-Funktion arbeitet , hoher Energieverbrauch. Um nicht
plötzlich ohne „Saft“ dazustehen, sind dringend
ausreichend geladenen Reserve-Akkus Pflicht. Ich habe
mittlerweile 4 Stück davon und habe sie auch schon mal
häufiger an einem Tag verbraucht.
Eine Liebesheirat war und ist für mich diese Kamera nicht, war ja auch mal nicht für mich gekauft. Ich kann sie aber empfehlen,
wenn man bereit ist
Konzessionen zu machen, denn die Fotos – vor allem, wenn man
dokumentieren will - können sich durchaus sehen lassen
und darauf kommt es letztlich an. Will man anspruchsvoll
fotografieren, bzw. mag man auf den Reiz und den Schmelz analoger
Fotografie nicht verzichten, sollte man sich überlegen, ob
digitale Fotografie in Frage kommt. Für mich ist und bleibt die
Dimage ein Kompromiß, allerdings ein akzeptabeler und eine gute
Ergänzung zur analogen Fotoausrüstung. Ob die
Ergänzung, eben mit dieser Kamera, für mich ein Dauerzustand
bleibt, weiß ich noch nicht, denn..........., man soll nie nie
sagen und .... die Ansprüche steigen. Schaun wir mal, aber
entschieden ist noch lange nichts.
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