Dacora Digna
Die Digna war meine erste eigene Kamera, ich bekam sie Weihnachten 1954 geschenkt.
Technisch
gesehen, war die Kamera für mich damals, obwohl erst 12 Jahre alt,
ein Rückschritt, denn ich hatte mit Ende des 10.
Lebensjahres mit der Fotografie begonnen. Unter Aufsicht durfte ich
dann mal Vaters Agfa Isolette I benutzen. Trockenübungen machte
ich zusätzlich, ebenfalls unter Aufsicht, mit einer Ica Trona 9x12
Laufbodenkamera.
Beide
Kameras habe ich heute aus dem Nachlaß meines Vaters in meiner
Sammlung. Da ich zu der Ica eine Rollfilmkassette habe, benutze ich die
Kamera hin und wieder, sie funktioniert noch einwandfrei, auch in
den langen Zeiten. Mittlerweile habe ich dazu auch Planfilmkassetten,
somit benutze ich die Kamera hin und wieder auch mit 9x12 Planfilm.
Doch
nun zur Digna. Ich habe diese Kamera bis zum Ende meiner
Lehrzeit, da war ich immerhin schon 19, benutzt. Trotz der einfachen
Technik waren die Bilder ganz brauchbar, insbesondere dann, wenn man
nicht gerade unter extrem schlechten Wetterbedingungen fotografierte.
Naja, wird man sagen, bei Sonnenschein im Rücken und Blende 11
bildet jeder Scherben scharf ab. Mag was dran sein. Aber so schlecht
war die Kamera wirklich nicht und darin lag wohl auch das Geheimnis
für den Erfolg, den die DACORA-Kamerawerke ein Vierteljahrhundert
hatten, man bekam für relativ wenig Geld brauchbare
Produkte.
Dazu
kam noch , daß man in der Regel mit Kontaktabzügen,
schamös ausgefranst (*) (chamois mit Büttenschnitt ) für
das obligatorische Fotoalbum zufrieden war. Aber auch für 9x9
Großkopien, die damals Photo Porst lieferte, reichten die
Negative allemal.
(*)Den Ausdruck habe ich mal in einem Fotoladen gehört, als der Verkäufer einen
Kunden fragte, wie denn die Abzüge sein sollten. Stammt also nicht von mir.
Nun die obligatorischen technischen Daten:
Hersteller:
Dacora(Dangelmaier) Reutlingen/München
Typ:
6x6 Einfachkamera
Bauzeit:
1954-1959
Preis:
19.-- DM
Filmtyp:
Rollfilm 120
Negativformat: 6X6
Optik:
Achromat unvergütet 80mm
Blenden:
8 und 11. Die Blende11 wurde als
Lochblende eingeschwenkt
Entfernung:
1,5-3/ 3-8 / 8- Unendlich
Verschlußzeiten: M (1/50) und B
Zubehörschuh: ja
Blitzanschluß: ja
Sucher:
Fernrohrsucher
Der
Objektivtubus ließ sich versenken, dadurch war ein Auslösen
unmöglich. Eine Doppelbelichtungssperre gab es aber nicht.
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